Brautläden im Test: zu Besuch bei Flamenco in München

Der Brautladen "Flamenco" von Claudia Klimm in München Schwabing.

Ich muss ja gestehen: Ich liebe Brautläden – also, zumindest dann, wenn sie das gewisse Etwas haben. Nun könnte man ja meinen, dass guter Service und eine schöne Atmosphäre eine Selbstverständlichkeit sind in einer Branche, in der Frau nicht selten mehrere tausend Euro pro Kleid ausgibt. Aber weit gefehlt. Wer von euch schon mal auf Brautkleidsuche war,  kann vermutlich ein Lied singen von Kleidern in Plastikhüllen, Verbotsschildchen und grantigen Verkäuferinnen. Falls ihr noch nicht unterwegs wart: Es muss ja nicht soweit kommen… Ich stelle euch in loser Folge Geschäfte vor, die für mich jenes gewisse Etwas haben. Dieses Mal hat es mich in den Münchner Stadtteil Schwabing verschlagen. In einer kaum zweihundert Meter langen Seitenstraße liegt Flamenco – ein Laden, in dem ich selbst schon auf Kleidsuche war.

Damals rief ich bei Flamenco an, weil mir eine Freundin das Geschäft empfohlen hatte. Ich bat um einen möglichst kurzfristigen Termin. Keine zwei Tage später fand ich mich bereits in der Umkleidekabine wieder, wo sich eine junge Verkäuferin allein meiner Wenigkeit widmete. Das ist keine Selbstverständlichkeit, wie ich andernorts schon feststellen musste. Wer schon mal halb in ein Korsett verschnürt in einer Kabine stehengelassen wurde, weil die Verkäuferin drei Kundinnen gleichzeitig bedienen musste, weiß, wovon ich spreche.

Anprobe mit Wohlfühlfaktor

Bei Flamenco dagegen fühlte ich mich, als wäre ich die einzige Frau auf diesem Planeten, die gerade auf der Suche nach einer passenden Robe ist. Die Mischung aus Beratung und ungezwungenem Geplauder, die Auswahl der Kleider und die Art, in der die Verkäuferin auf meine Wünsche einging – all das passte in meine Vorstellung davon, wie ich als Kundin in einem Brautgeschäft empfangen und umsorgt werden möchte. Kurzum: Hätte ich mich nicht wenige Tage später in einem anderen Laden in ein anderes Kleid verliebt, ich wäre nur zu gerne bei Flamenco fündig geworden.

Der Brautladen "Flamenco" von Claudia Klimm in München Schwabing.

Als ich kurz darauf hochzeitsgezwitscher.de startete, stand für mich fest, dass ich euch diesen Laden genauer vorstellen muss. Also habe ich einen Termin mit Inhaberin Claudia Klimm ausgemacht und sie erneut besucht – diesmal nicht als Braut, sondern als Bloggerin. Und jetzt ratet mal, was meine erste Frage war… Genau: Wie kommt man bloß darauf, ein Brautgeschäft nach einem spanischen Tanz zu benennen?! Und nun dürft ihr raten, was Claudia geantwortet hat… Wieder richtig: Angefangen hat alles mit einem kleinen Laden, der Flamenco-Kleider verkaufte. Weil Flamenco-Tänzer in der Regel auch eine gewisse Schwäche für Spanien haben, dauerte es nicht lange, bis eine Freundin zu Claudia sagte: „Du musst dir unbedingt mal spanische Brautkleider ansehen!“

Spanische Designer und deutsche Couture

Das ist jetzt fünf Jahre her. Mit rund einem Dutzend Kleidern ging’s damals los. Inzwischen ist aus dem kleinen Laden ein prachtvolles Brautmoden-Geschäft geworden. Im Fokus stehen noch immer spanische Hersteller wie Pronovias, Rosa Clara und Pepe Botella. Aber auch deutsche Designerkleider entdecke ich beim verzückten Betrachten der Kleiderständer: Anna Kara aus Polen und Küss die Braut aus Baden-Württemberg etwa, deren Kleider ich euch ja schon vorgestellt habe.

Flamenco trägt ganz die romantische Handschrift seiner Besitzerin: Alte Holzdielen, weiße Stuckdecken, antiquarische Details und überall Fotos von ehemaligen Bräuten in ihren Kleidern. Zu vielen habe das Team noch immer ein freundschaftliches Verhältnis – mit einigem Stolz weist Claudia daher auch auf die Gästebücher hin, die im Laden ausliegen und in denen frühere Kundinnen von ihren Erfahrungen berichten.

Der Brautladen "Flamenco" von Claudia Klimm in München Schwabing.

Als Claudia sich für einen kurzen Moment entschuldigt, blättere ich mich durch eines der Exemplare. Eine solche Fülle von rührenden Dankesschreiben habe ich in der Tat selten gesehen. Vielleicht liegt es an Claudias herzlicher Art, vielleicht auch an ihrem Verständnis für das, was so ein Hochzeitskleid für uns Mädels beudeutet: „Es gibt im Leben einer Frau wohl kein Kleid, das so emotional besetzt ist wie das Brautkleid.“

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